Kleidung leihen statt kaufen: In der Kleiderei

Stuffle ist nicht die einzige Idee, wie man Konsum in Zukunft nachhaltiger gestalten kann. Die Kleiderei in Hamburg ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Verzicht und bewusster Konsum Spaß machen kann. Wir haben die zwei Gründerinnen Pola und Thekla zur Kleiderei und ihren Wünschen für die Zukunft befragt.

Moin! Bitte stellt euch vor: Wer seid ihr und was macht ihr?
Wir sind Pola Fendel (25) und Thekla Wilkening (26) und wir haben im November 2012 die Kleiderei in Hamburg eröffnet. Die Kleiderei ist eine Kleider-Bibliothek, in der geliehen wird und nicht gekauft.
Dafür wird die Kundin Mitglied, zahlt einen Monatsbeitrag von 14 € und leiht dann immer bis zu 4 Teile auf einmal.

Wie ist die Idee hinter der Kleiderei entstanden?
Pola und ich sind schon lange befreundet und kennen das übliche Problem: Das Gefühl zu haben, man hätte NICHTS zum Anziehen. An einem Freitagnachmittag waren wir schon wieder drauf und dran noch schnell in die Stadt zum shoppen zu laufen, als uns auffiel: Warum kann man eigentlich keine Kleider leihen?
Das wäre doch die perfekte Alternative zum Fast-Fashion-Trend, wo man das meiste ja doch nach kurzer Zeit nicht mehr sehen kann. Und dazu dann natürlich nachhaltig, weil weniger weggeworfen wird.
Und voilà, die Kleiderei-Idee war geboren!

Und wie läuft’s?
Super! Es stellt sich raus, dass wir wie erwartet nicht die einzigen Mädels mit diesem Problem sind und so haben wir viele begeisterte Kundinnen die das Angebot der Kleiderei nutzen. Einige suchen spezielle Outfits, die meisten nutzen es aber als Kleiderschrank-Erweiterung und peppen so ihre eigenen Outfits immer wieder mit neuen Kleiderei-Teilen auf.

Eure Wünsche: Wie sollten wir in Zukunft konsumieren?
Bewusster!
Wir finden Mode toll und es ist großartig, wie neue Kollektionen Zeitgeist spiegeln und Spaß machen. Aber man muss ja nicht immer alles sofort in den eigenen Kleiderschrank holen. Es einfach erst mal ausprobieren und dann überlegter einkaufen und vielleicht auch mal was investieren, statt immer nur billig, billig und ohne hohe Qualität.
Deswegen kooperieren wir auch mit Jungdesignern – sie geben uns Stücke aus ihren Kollektionen. Wir wollen unsere Kundinnen an tolle, qualitativ hochwertigere und auch lokale und somit nachhaltigere Mode heranführen.

Und wie stellt ihr euch die Zukunft der Kleiderei vor? Wie sehen eure Pläne aus?
Der Traum wäre, dass Kleider leihen in ganz Deutschland möglich ist. Dafür starten wir in Kürze mit Crowdfunding, um so eine Online-Platform der Kleiderei zu launchen, damit auch die Mädels (erst einmal, vielleicht später auch Jungs) in anderen Städten oder auf dem Land leihen können und so ohne schlechtes Gewissen und mit viel Spaß Mode konsumieren können.
Ein aufregendes Jahr 2014 liegt vor uns!

Foto: Denys Karlinskyy

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Moin! Ich bin Adrian und kümmere mich bei Stuffle um die Öffentlichkeitsarbeit. Wenn du also hier im Blog oder bei Facebook oder Twitter von uns liest, dann habe wahrscheinlich ich damit zutun. ;-)

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