Entspannen können wir später

Der Wonnemonat Mai steht vor der Tür. Statt das Vieh auf die Weide zu treiben verlassen wir diesmal kurz unseren Wohlfühlbereich und lassen uns von Musik überraschen, belustigen, nerven, einlullen, verängstigen und unterhalten.

Und nicht vergessen: Ohne Neugier können wir nicht überleben. Also gleich mal nachsehen wer in nächster Zeit so auf Tour ist.

Igorrr & Ruby My Dear – Barbecue

Vor mittlerweile 9 Jahren noch in der Dokumentation „Notes on Breakcore“ als „the next big thing“ bezeichnet, tanzt der Franzose Igorrr allen auf der Nase herum.
Chanson, Grind, Hühnergegacker, Barock, Jungle, Irrwitz. Alles dabei. Da muss auch mal die Mama herhalten, um Werbung für die Platte ihres Jungen zu machen. Man ist gleichzeitig begeistert und angewidert, aber immer mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

The Body – To Carry the Seeds of Death Within Me

Auf dem Album „I shall die here“ überrollen The Body wieder alles und jeden.
Elektronische Unterstützung bekommen sie diesmal von Haxan Cloak, der das aktuelle Björk Album abgemischt hat. Die zwei von The Body zer- und verstören. Gitarre oder Schlagzeug. Pizzakoch oder Campingzubehörverkäufer. Waffennarr oder Punk. Lange Haare oder Vollbart. Black Metal oder Doom. Massenselbstmord Videos inszeniert von den eigenen Verwandten und Bekannten. WAAAAT?!

Colin Stetson – Judges

Der Saxophonist Colin Stetson ist unglaublich. Von Free Jazz mit Mat Gustafsson, Bizarropop mit Waits bis hin zu Bon Iverscher Langeweile hat er alles drauf. Auf seinen Soloalben schafft er es mit nur einem Instrument Jazz und Krautrock zu kombinieren und das ganz ohne Overdubs. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen wurde das Ergebnis auch noch vom Wunsch-Isländer und Düsterhipster Ben Frost produziert. Colin Stetson ist tatsächlich unglaublich.

An Albatross – Electric Suits And Cowboy Boots

Was entsteht wenn man einen kreischenden Jim Morrison, Farsifa Orgeln, Dean ML Gitarren, Tambourines und Grindcore Drums zusammen in eine der Zeitreisetoiletten von Day of the Tentacle wirft? Richtig: An Albatross, eine der besten Live Bands überhaupt. Denn wer Blitz frisst, muss irgendwann auch donnern. Future-Lazer-Harakiri-Core, der bei uns zu Hause romantische Gefühle hervoruft. Die perfekte Hochzeitskapelle. Wird dann wohl eher eine kleine Feier.

Richard Devine – Plonked Spectral

Der von Aaron „Venetian Snares“ Funk noch als „A+ Student“ bezeichnete Richard Devine ist mittlerweile nicht mehr aus der Modular-Synth-Welt wegzudenken. Jeder Synthesizer Hersteller, der etwas auf sich hält, lässt seine Module von dem umtriebigen Sounddesigner testen und vorführen. Dabei kann er tun was er will, auf einmal hört sich alles nur noch nach Richard Devine an: Sich überschlagende synthetische Beats, Wavetable Wahnsinn und verhallte Synthpads.

Vorschaubild: mikael altemark, Lizenz: CC BY 2.0

Teilen:

Ich so Android, und du so?

Kommentar schreiben